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Andere sexuell übertragbare Krankheiten

Beim Sex können auch andere Krankheiten übertragen werden als HIV. Sie heißen sexuell übertragbare Krankheiten. Manche nennen sie auch STDs, das ist die Abkürzung für den englischen Namen "sexually transmitted diseases".
Auf Sex muss man deswegen nicht verzichten. Wichtig: gegen Hepatitis A und B solltest du dich beim Arzt impfen lassen.
Das Risiko einer Ansteckung mit einer anderen STD kann man senken: - Beim Sex Kondome verwenden. Kondome immer nur einmal benutzen. Für jeden neuen Partner ein neues Kondom nehmen.
- Beim Fisten (Faustficken) Latex-Handschuhe anziehen.
- Kein Blut, Sperma oder andere Körperausscheidungen (Urin, Kot) in den Mund, die Augen, den After, die Harnröhre oder auf offene Stellen (blutende Wunde, Hautabschürfungen, entzündete Hautstellen) kommen lassen.
- Wenn man Dildos (Gummischwanz) und andere Spielzeuge verwendet: Für jeden neuen Partner ein neues Kondom drüberziehen.
- Regelmäßig gründlich waschen und Wäsche wechseln. Hände waschen, wenn man auf der Toilette war.
Manche STDs sind aber sehr ansteckend: Oft reicht schon der Kontakt mit einer kleinen kranken Hautstelle aus, die man gar nicht sieht.
Die meisten sexuell übertragbaren Krankheiten kann man gut behandeln und heilen. Wichtig ist, dass man sie schnell entdeckt. Denn wenn man eine STD hat, kann man sich beim Sex ohne Kondom leichter mit HIV anstecken. Und wenn man schon HIV hat und dazu noch eine STD, kann man andere leichter mit HIV anstecken. Außerdem sind manche STDs für HIV-Positive viel gefährlicher als für HIV-Negative.
Wenn du oft Sex mit verschiedenen Partnern hast, empfehlen wir dir: Lass dich regelmäßig von einem Spezial-Arzt untersuchen (Urologe, Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten). Bei zwei und mehr Sexpartnern im Monat alle drei Monate untersuchen lassen, sonst alle halbe Jahre oder wenigstens einmal im Jahr.
Geh auch zum Arzt, wenn du folgende Krankheitszeichen entdeckst:- Ausfluss aus der Harnröhre oder dem Darm
- Schmerzen beim Pinkeln
- Blut oder Schleim im Kot
- verfärbter Urin/Kot
- gelbe Haut/Augen
- Entzündung/rote Stellen an der Eichel
- Hautausschlag
- Rachenentzündung, Beläge im Mund
- Druckgefühl im Bauch, Bauchschmerzen, kein Appetit über längere Zeit
- Warzen am Penis oder am After.
Hepatitis A
Übertragung: Das Hepatitis-A-Virus ist im Kot und wird vor allem durch verschmutztes Wasser und verschmutztes Essen übertragen. Man kann sich damit aber auch beim Sex anstecken, z. B. beim Arschlecken (Rimming).
Krankheitszeichen: Oft gar keine, sonst (ca. 2 Wochen nach Ansteckung) wie bei einer Grippe (Fieber, Müdigkeit, kein Appetit, Übelkeit), manchmal gelbe Augen/Haut ("Gelbsucht").
Verlauf: Eine Hepatitis A heilt nach etwa vier Wochen von selbst aus.
Behandlung: Ruhe, Schonung, kein zu fettes Essen, Alkohol-Verbot.
Vorbeugung: Gegen Hepatitis A solltest du dich impfen lassen (der Schutz hält etwa 10 Jahre). Auch HIV-Positive können sich impfen lassen.
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Hepatitis B
Übertragung: Hepatitis B ist die häufigste Hepatitisform. Das ist eine Leberentzündung, die zu Leberschrumpfung und zu Leberkrebs führen kann. Das Hepatitis-B-Virus wird vor allem beim Sex (auch beim Küssen) und durch Blut (z. B. beim Piercen oder Tätowieren) übertragen.
Krankheitszeichen: Oft gar keine, sonst (ca. 2 bis 6 Wochen nach Übertragung) wie bei einer Grippe (Fieber, Müdigkeit, kein Appetit, Übelkeit), manchmal gelbe Augen/Haut (Gelbsucht).
Verlauf: Meistens heilt eine Hepatitis B aus, in jedem 20. Fall wird sie aber chronisch, das heißt, das Virus bleibt im Körper und kann die Leber immer stärker schädigen.
Behandlung: Gegen die chronische Hepatitis B gibt es Medikamente, die aber nicht bei jedem wirken. Ruhe und Alkohol-Verbot!
Vorbeugung: Eine Impfung schützt dich vor Hepatitis B; der Schutz hält etwa 10 Jahre. Auch HIV-Positive können sich impfen lassen. Kondom schützt beim Analverkehr.
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Hepatitis C
Übertragung: Das Hepatitis-C-Virus wird vor allem durch Blut übertragen. Aber auch beim Sex kann man sich anstecken, vor allem bei Kontakt mit Blut (z. B. Fisten / Faustfick ohne Handschuhe).
Krankheitszeichen: Meistens gar keine, manchmal (ca. 4 bis 12 Wochen nach Übertragung) wie bei einer Grippe (Fieber, Müdigkeit, kein Appetit, Übelkeit), nur selten gelbe Augen/Haut ("Gelbsucht").
Verlauf: Mehr als jede zweite Infektion (ca. 70 - 80 %) wird chronisch, das heißt, das Virus bleibt im Körper und kann die Leber immer stärker schädigen.
Behandlung: Gegen Hepatitis C gibt es Medikamente, die aber nicht bei jedem Menschen wirken. Ruhe und Alkohol-Verbot!
Vorbeugung: Eine Impfunggegen Hepatitis C gibt es nicht. Kondome schützen beim Sex und Handschuhe beim Fisten senken das Risiko.
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Syphilis
Übertragung: Die Syphilis wird durch Bakterien verursacht und ist sehr ansteckend. Für eine Ansteckung reicht schon der Kontakt mit einer kranken Hautstelle (Schleimhaut) aus. Bei HIV-Positiven kann die Syphilis schneller verlaufen.
Krankheitszeichen/Verlauf:
Stadium 1: Meistens bildet sich ca. 2 bis 3 Wochen nach der Ansteckung ein kleines Knötchen oder ein kleiner roter Fleck an der Stelle, wo die Bakterien in den Körper gekommen sind (z. B. Penis, im Hintern oder im Mund). Daraus entwickelt sich ein Geschwür mit Krusten und Rändern, das nicht weh tut. In dieser Zeit ist man sehr ansteckend!
Stadium 2: Nach ca. 6 Wochen heilt das Geschwür ab. Danach verbreiten sich die Bakterien langsam im ganzen Körper. Oft kommt es zu Lymphknotenschwellung, zu Hautausschlag und nassen Stellen, die sehr ansteckend sind. Danach merkt man meistens lange Zeit nichts, aber die Bakterien sind immer noch da.
Stadium 3: Wenn man die Syphilis nicht behandelt, kann es nach 3 - 5 Jahren zu schweren Schäden der Haut, an inneren Organen (Leber), am Gehirn und an den Nerven kommen.
Behandlung: Syphilis ist gut heilbar. So früh wie möglich mit Antibiotika (meistens mit Spritze). Die Behandlung genau nach Anweisung des Arztes machen. Während der Behandlung unbedingt auf Sex verzichten. Auch der Partner muß untersucht und behandelt werden!
Vorbeugung: Kein Kontakt mit offenen Wunden! Kondome beim Sex und Handschuhe beim Fisten senken das Risiko. Nach einer ausgeheilten Syphilis kann man sich immer wieder anstecken!
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Tripper (= Gonorrhöe)
Übertragung: Tripper wird durch Bakterien verursacht. Anstecken kann man sich beim Sex ohne Kondom - auch beim Arschlecken (Rimming), bei Fingerspielen oder durch Dildos von "Partner zu Partner".
Krankheitszeichen: Nach 2 bis 7 Tagen entzündet sich die Harnröhre, aus der Harnröhre kommt Ausfluss mit Eiter, beim Pinkeln brennt es, die Eichel wird rot. Es kommt auch zu Rötung an der Schleimhaut von Mund, Hintern oder Penis. Bei der Frau kann sich der Gebärmutterhals entzünden (mit eitrigem Ausfluss).
Behandlung: So früh wie möglich mit Antibiotika. Die Behandlung genau nach Anweisung des Arztes machen.
Vorbeugung: Kondome senken das Risiko. Wenn man Sexspielzeug (Dildo) bei mehreren Partnern verwendet, für jeden neuen Partner ein neues Kondom drüberziehen. Hände waschen.
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Herpes
Übertragung: Herpes am Mund und "untenrum" ist weit verbreitet. Die Viren werden durch Kontakt mit Herpes-Bläschen oder Herpes-Geschwüren übertragen, z. B. beim Sex oder beim Küssen. Das Herpes-Virus bleibt im Körper und kann immer wieder ausbrechen - die Bläschen kommen meistens ohne neue Ansteckung.
Krankheitszeichen: Am Mund, Schwanz oder Hintern: Kribbeln, Spannen, Schmerzen, rote Haut, Juckreiz, Bläschen. Bei Menschen mit HIV kann sich Herpes schnell ausbreiten.
Behandlung: Es gibt Medikamente (Salben) gegen Herpes, das Virus bleibt aber im Körper und kann immer wieder ausbrechen.
Vorbeugung: Kondome senken das Risiko. Kontakt mit sichtbaren Bläschen und Geschwüren vermeiden.
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Chlamydien
Übertragung: Chlamydien sind Bakterien, die in der Schleimhaut leben (z. B. in der Harnröhre, am After, im Mund). Sie können besonders leicht beim Sex übertragen werden.
Krankheitszeichen: Oft gar keine oder nur leichte (ca. 1 bis 6 Wochen nach der Ansteckung), sonst Brennen beim Pinkeln, Ausfluss aus der Harnröhre, rote Stelle am After oder Ausfluss aus dem Darm, geschwollene Hoden, Halsschmerzen (bei oraler Übertragung), Augenentzündung.
Behandlung: Mit Antibiotika. Partnerbehandlung!
Vorbeugung: Kondome senken das Risiko deutlich. Allgemeine Hygiene (Hände waschen).
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Feigwarzen
Übertragung: Feigwarzen werden durch Viren verursacht, die man Humane Papilloma-Viren nennt (HPV). Manche HPV-Typen können auch Krebs verursachen.
Krankheitszeichen (einige Wochen oder Monaten nach der Ansteckung): Kleine Knötchen am Penis oder Hodensack, in der Harnröhre, im Analbereich oder im Dickdarm (bei Frauen auch in der Scheide). Die Knötchen werden mit der Zeit immer größer und breiten sich aus.
Behandlung: Es gibt verschiedene Behandlungen, z. B. Warzenmittel, rausschneiden, Laser, vereisen. Nach der Entfernung der Warzen können die Viren in der Haut bleiben und bilden neue Warzen.
Vorbeugung: Durch Kondome wird das Risiko kleiner. Kein direkter Kontakt mit Warzen!
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Pilzinfektionen (= Candidosen)
Pilze (auch Candida-Pilze) kommen überall am Körper vor und gehören zur Haut dazu. Medikamente (z. B. Antibiotika oder Cortison) und auch Stress können dazu führen, dass sich einige Pilze stark vermehren. Dann können die Pilze lästig werden und auch beim Sex übertragen werden. Wenn die Körperabwehr sehr schwach ist (z. B. durch HIV), breiten sich die Pilze manchmal am ganzen Körper und auf innere Organe aus (z. B. Lunge, Speiseröhre).
Krankheitszeichen: Rote, manchmal juckende Eichel mit kleinen Punkten, manchmal ein weißer, abwischbarer Belag im Mund (bei Frauen: rote und geschwollene Schamlippen, Jucken und Brennen in der Scheide, weißer und bröckeliger Ausfluss, Schmerzen beim Sex).
Behandlung: Mit Medikamenten (Salben oder Lutschtabletten).
Vorbeugung: Kondome senken das Risiko.
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